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Abschied von H. J. Gündling

geschrieben im Januar 2012

Mit dem „Theater der 20“ gelang ihm eine beachtenswerte Bereicherung der Lüneburger Theaterlandschaft.

H.J. Gündling verstarb im Dezember 2011 im Alter von 71 Jahren

Er war eine echte „kölsche“ Frohnatur, die mit unnachahmlichem Charme und Können über 40 Jahre auf deutschen Bühnen spielte. Wer seine langjährigen Mitarbeiter und Freunde befragte, dem bescheinigten diese, der Mime und Theatermacher verfüge über eine wahrhaft überbordende Fantasie. Ihr haben wir es ­sicherlich zu verdanken, ihr und seinem Mut für visionäre Ideen, dass Lüneburg seit 2003 über ein kleines Theater in der Goethestraße verfügt – gerade einmal 20 Sitzplätze groß und in den eins­tigen Kellerräumen seines Wohnhauses. Viele Stücke brachte Hans Jürgen Gündling meist gemeinsam mit seiner Theaterpartnerin Ute Gerull auf die kleine Bühne, zahlreiche (namhafte) Schauspieler spielten hier gern unter seinen versierten Regieanweisungen – die übrigens nicht immer harmonisch formuliert waren: „Es wird gebrüllt, es wird gerungen, es wird sich auseinander gesetzt. Kunst entsteht durch Reibung...", so Gündling. Nach den Vorstellungen fand man sich bei einem Glas Wein in dessen heimischem Wohnzimmer (im „Salönchen“) zusammen, um das Stück gemeinsam Revue passieren zu lassen, um zu fachsimpeln oder einfach nur um über Gott und die Welt zu klönen.

Hans Jürgen Gündling wird Lüneburg als krea­tiver Kopf und als freigeistiger Initiator in der hiesigen Kulturszene fehlen.