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Wir wissen, wohin der Hase läuft

geschrieben von Christiane Bleumer im April 2017

Über die Jahrhunderte Rund haben sich zahlreiche Bräuche um das Osterfest entwickelt,doch nur die wenigsten wissen noch um ihre ursprüngliche Bedeutung

Ostern ist hierzulande ein so genannter beweglicher Feiertag, jedes Jahr fällt dieses Fest folglich auf ein anderes Datum. Es orientiert sich an dem Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond, folglich liegt das Osterfest jeweils zwischen dem 22. März und dem 25. April. An diesem orientieren sich im weiteren Jahresverlauf sämtliche beweglichen christlichen Feiertage, so auch Christi Himmelfahrt, Pfingsten und Fronleichnam. Ganz gleich, ob katholische, protes­tantische, armenische, koptische oder griechisch-­orthodoxe Christen: Sie alle feiern zu Ostern die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, wenn auch zeitlich versetzt und auf unterschiedliche Weise.

Ohne einen fleißigen Hasen ist das Osterfest in Deutschland nicht denkbar. Zumindest wenn kleinere aber auch größere Kinder im Haus sind, ist es eine liebgewonnene Tradition, am Ostersonntag im Garten oder Haus nach den bunten Eiern zu suchen, die der eifrige Geselle in der Nacht zuvor an den verschiedensten Stellen versteckt hat. Warum jedoch gerade der Hase dafür verantwortlich sein soll, lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen, ist aber wohl auf seine Lebendigkeit und Fruchtbarkeit zurückzuführen. Häsinnen bringen immerhin bis zu 20 Junge per anno zur Welt. Auch die Eigenschaft der Tiere, hin und her zu flitzen, Haken zu schlagen, und sich bei drohender Gefahr regungslos ins Gras zu ducken, könnte einst den Eindruck erweckt haben, dass sie Eier verstecken bzw. bewachen. Die Hasen sind damit auch ein Zeichen für die wieder erwachende Natur, denn wenn die Tiere über Felder und Wiesen hoppeln, kann man darauf hoffen, dass der Winter endlich vorbei ist und der Frühling beginnt.

Untrennbar verbunden mit Ostern ist natürlich auch das Osterei. Bereits im alten Rom und in Griechenland wurden zu den Frühlingsfesten Eier verziert und Freunden geschenkt, in den Tempeln dienten sie als Schmuck.
Ob hart gekocht oder ausgepustet, marmoriert, kunstvoll bemalt oder eingefärbt – hier darf jeder seiner Phantasie freien Lauf lassen. Das Ei galt bereits in der frühen Kulturgeschichte als Ursprung des Menschen oder gar des Universums. Im Chris­tentum wurde das Ei vor allem zum Synonym für die Auferstehung Chris­ti, aus ihm erwächst schließlich neues Leben. Auch stand das Ei mit seiner harten Schale symbolisch für das Grab in Jerusalem, aus dem Jesus am Ostermorgen von den Toten auferstanden ist.
Wegen der dem Osterfest voraus­gehenden Fastenzeit hat der Verzehr der hartgekochten Eier am Ostersonntag auch eine ganz praktische Bedeutung: Da Eier während dieser Wochen nach christlicher Tra­dition nicht gegessen werden durften, wurden die von den Hühnern gelegten Eier einfach gekocht, um sie haltbar zu machen.

Im Jahreskreis der Kirche ist die Feier der Osternacht die älteste und bedeutendste liturgische Feier. Bereits seit dem 2. Jahrhundert begeht man die Auferstehung von Jesus Christus. die Gemeindemitglieder treffen sich meist schon in den frühen Morgenstunden, um am Gottesdienst teilzunehmen. In diesem Zusammenhang ist auch die Osterkerze zu nennen, die in dieser Nacht entzündet wird, deren Lichtsymbolik von großer Bedeutung ist. Von den Christen wird Jesus als Licht der Welt verstanden, das mit der Osterkerze in die Kirche Einzug hält.
Dieses Kerzenlicht ist im Lauf der Jahre zum Oster­feuer geworden, dessen Besuch viele in­zwischen als ein liebgewonnenes Ritual feiern. Mit ihm wird der Winter offiziell verabschiedet und der Frühling eingeläutet.(cb)

Foto: 123rf.com © 578foot

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