Magazin für das Leben in Lüneburg
Themen
Alle Themen und Artikel

Als im Mönchsgarten noch getanzt wurde von Irene Lange

geschrieben von Irene Lange im Juli 2019

Es heißt: „An der Eingangstür Ihrer Gaststätte und in den Räumen an gut sichtbarer Stelle sind Schilder des Inhalts anzubringen, dass alliierte Truppen nicht bedient werden.“
Alle Gaststätten würden regelmäßig durch die deutsche
Polizei beaufsichtigt. Jede Verletzung der Anordnung könne die sofortige Zurückziehung der Konzession zur Folge haben. Doch anscheinend wurde 1947 der normale Betrieb wieder aufgenommen. So fand am 2. Juli 1947 das erste Sommertreffen nach dem Krieg für den Bund der ehemaligen der Wilhelm-Raabe- Schule statt.
Ende der 1960er-Jahre firmierte der Mönchsgarten unter „A. Meier & Söhne O.HG.“. Zu der Zeit war er ein beliebtes Tanzlokal mit Gasträumen, insbesondere bei Wochenend- und Festtagsveranstaltungen für die Lüneburger geworden. Es fanden dort Vereins- und Betriebsfeste statt. Schon seit 1965
führten die Söhne Helmut und Friedrich des vor Jahren
verstorbenen Seniors August Meier die Gaststätte, wobei Helmut Meier im Oktober 1972 ebenfalls verstarb. Offensichtlich gab es zu der Zeit Auseinandersetzungen

Mit Wehmut wird sich so mancher ältere Lüneburger an einen beliebten Treffpunkt der Hansestadt erinnern: den Mönchsgarten, gleichzeitig Restaurant und Kaffeegarten. Über viele Jahre hinweg war das Gasthaus auf dem großen Gelände im ehemaligen Garten für die Mönche des Michaelisklosters ein beliebtes Ausflugsziel mit einem Tennisplatz gleich nebenan.

mit der aus seiner Witwe und vier Kindern bestehenden Erbengemeinschaft, wie aus dem Schreiben einer Anwaltskanzlei hervorgeht. Schließlich waren es Elke Meier und ihre Schwägerin Jutta Meier, die den Mönchsgarten bis zur endgültigen Betriebsaufgabe am 31. Mai 1975 übernahmen. Vergeblich hatten sie versucht, den Betrieb zu verkaufen oder zu verpachten. Es hatte sich niemand gefunden. Ohnehin waren die Zeiten vorbei, dass – wie in den 1950er-Jahren – in Sommernächten noch unter freiem Himmel getanzt wurde. Ab 22 Uhr durfte draußen keine Musik mehr gemacht werden. Als schließlich ein Bauunternehmer aus Salzhausen auf dem 12.000 Quadratmeter großen Gelände dreistöckige Gebäude mit 50 Eigentumswohnungen errichten wollte, musste der Mönchshof weichen. Der alte Baumbestand blieb weitgehend erhalten, ebenso wie der Ententeich. Im April 1976 war es soweit: Das endgültige Ende des einst so beliebten Mönchsgarten kam mit der Abrissbirne.

Die Geschicke des 1904/05 erbauten Hauses bestimmten in den folgenden Jahrzehnten verschiedene Besitzer und Pächter. Ihre Namen sind aus den im Lüneburger Stadtarchiv
aufbewahrten Verwaltungsakten erhalten. Zumeist handelt es sich dabei um Anträge auf Erteilung einer Konzession für den Betrieb der Gastwirtschaft. Beispielsweise ist ein Wilhelm Oschatz im Jahre 1926 aufgeführt. Vorheriger Besitzer seit 1918 war Heinrich Winter, der 22 Morgen Ländereien von der Klosterkammer gepachtet hatte. In die laufenden Pachtverträge trat dann Adolf Putens ein, der wiederum im Oktober 1927 die Schankerlaubnis – allerdings mit einigen Auflagen zu baulichen Veränderungen – erhielt. Dabei fällt auf, dass seitens des Magistrats der Stadt Lüneburg zwar kein Widerspruch zum Betrieb der Gast- und Schankwirtschaft erhoben wurde,allerdings nur, soweit das nicht die Spielwiese betraf. Da heißt es dann in der Ablehnung: „Es ist höchst unerwünscht, Jugendlichen, die in erster Linie die Spielwiese aufsuchen, die Gelegenheit zu geben,alkoholische Getränke zu genießen.“
Ab Januar 1933 erteilte dann die Ortspolizeibehörde Lüneburg die Schankerlaubnis an den Besitzer

Heinrich Gahnstorf, der die Gaststätte zum jährlichen Pachtpreis über 2100 Reichsmark von Adolf Putens übernahm. Für den Ausschank zugelassen waren Wein, Bier, Trinkbranntwein, aber auch alkoholfreie Getränke, insbesondere Milch, Kaffee und Tee. Am 24. Dezember 1932 wurde der Mönchshof wie folgt von der Ortspolizeibehörde Lüneburg beschrieben: „Es handelt
sich um ein Lokal, welches von Ausfl üglern, Pensionären und Kränzchenklubs aufgesucht wird, auch Vereine pfl egen dortselbst zu verkehren.“ Damalige Preise sind aus einer Liste vom 16. September 1939 zu ersehen:
Übernachtung Einzelzimmer 1,50 Reichsmark, Pensionspreis 4 RM. Am 5. November 1934 wurde die Gastwirtschaft Mönchsgarten an den Kellner August Meier verpachtet. Ab Oktober 1939 ist es die Deutsche Arbeitsfront, Gauverwaltung Ost-Hannover, „Haus der deutschen Arbeit“ in der Schröderstraße 4, die dem Schankwirt August Meier die Schankerlaubnis erteilt, unterzeichnet mit Hitler-Gruß. Offensichtlich wurde seinerzeit ein Um- bzw.
Erweiterungsbau geplant, der nicht nur genehmigt, sondern begrüßt wurde. Es heißt weiter: „Unter der Leitung des
Schankwirts August Meier ist die Gaststätte Mönchsgarten
nebst Kaffeegarten ein beliebter Ausflugsort geworden.“ Es folgten in den Kriegsjahren weitere Ersuche von August Meier um Verlängerungen der Konzession. Er führt auf, dass die offensichtlich angefangenen Bauvorhaben infolge des Krieges nicht durchgeführt werden konnten. Zudem sei er zum Wehrdienst einberufen.
Aus dem Schreiben des Oberbürgermeisters der Stadt Lüneburg an Meyer gerichtet geht hervor, dass die Gaststätte wohl zeitweise geschlossen war und nun ab 7. September 1945 wiedereröffnet werden durfte, nicht zuletzt, um die Versorgung der in Lüneburg untergebrachten Flüchtlinge zu gewährleisten.

Es heißt: „An der Eingangstür Ihrer Gaststätte und in den Räumen an gut sichtbarer Stelle sind Schilder des Inhalts anzubringen, dass alliierte Truppen nicht bedient werden.“
Alle Gaststätten würden regelmäßig durch die deutsche
Polizei beaufsichtigt. Jede Verletzung der Anordnung könne die sofortige Zurückziehung der Konzession zur Folge haben. Doch anscheinend wurde 1947 der normale Betrieb wieder aufgenommen. So fand am 2. Juli 1947 das erste Sommertreffen nach dem Krieg für den Bund der ehemaligen der Wilhelm-Raabe- Schule statt.
Ende der 1960er-Jahre firmierte der Mönchsgarten unter „A. Meier & Söhne O.HG.“. Zu der Zeit war er ein beliebtes Tanzlokal mit Gasträumen, insbesondere bei Wochenend- und Festtagsveranstaltungen für die Lüneburger geworden. Es fanden dort Vereins- und Betriebsfeste statt. Schon seit 1965
führten die Söhne Helmut und Friedrich des vor Jahren
verstorbenen Seniors August Meier die Gaststätte, wobei Helmut Meier im Oktober 1972 ebenfalls verstarb. Offensichtlich gab es zu der Zeit Auseinandersetzungen

mit der aus seiner Witwe und vier Kindern bestehenden Erbengemeinschaft, wie aus dem Schreiben einer Anwaltskanzlei hervorgeht. Schließlich waren es Elke Meier und ihre Schwägerin Jutta Meier, die den Mönchsgarten bis zur endgültigen Betriebsaufgabe am 31. Mai 1975 übernahmen. Vergeblich hatten sie versucht, den Betrieb zu verkaufen oder zu verpachten. Es hatte sich niemand gefunden. Ohnehin waren die Zeiten vorbei, dass – wie in den 1950er-Jahren – in Sommernächten noch unter freiem Himmel getanzt wurde. Ab 22 Uhr durfte draußen keine Musik mehr gemacht werden. Als schließlich ein Bauunternehmer aus Salzhausen auf dem 12.000 Quadratmeter großen Gelände dreistöckige Gebäude mit 50 Eigentumswohnungen errichten wollte, musste der Mönchshof weichen. Der alte Baumbestand blieb weitgehend erhalten, ebenso wie der Ententeich. Im April 1976 war es soweit: Das endgültige Ende des einst so beliebten Mönchsgarten kam mit der Abrissbirne.

Fotos: Sammlung Hajo Boldt, Irene Lange

Anzeige






Wir verwenden Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten. Wenn Sie diese Website weiter nutzen, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.