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Fundskerle sorgen für Bewegung

geschrieben von Christiane Bleumer im Februar 2018

Lüneburg und die Region liegen den Funds­kerlen seit ihrer Gründung 2014 sehr am Herzen. Denn die Fundskerle, ein Kunstwort aus den Begriffen Fundraising und Pfundskerl, sind Teil einer großen Fördergemeinschaft, die dort ansetzt, wo öffentliche Gelder nicht ausreichen. Bewiesen haben dies bereits die vergangenen und erfolgreich abgeschlossenen Projekte, die erst durch diesen Förderkreis der Gesundheitsholding Lüneburg ermöglicht wurden. Verantwortlich für diesen relativ jungen Bereich des Unternehmens ist Claudia Bitti. „Es geht um Einrichtungen oder Anschaffungen, die die Versorgung der Patienten oder Bewohner besser, angenehmer oder vielfältiger macht und die nur durch eine engagierte Gesellschaft möglich sind“, erläutert sie. Das neueste Vorhaben geht in die gleiche Richtung. Geplant ist unter dem Motto „Bewegung, ganz einfach“ ein Bewegungsparcours im Park der Psychiatrischen Klinik Lüneburg (PKL) für psychisch erkrankte Menschen. Auch hier soll durch das Engagement und die Spenden Einzelner, aber auch durch die finanzielle oder tatkräftige Hilfe von Firmen oder Institutionen ein Projekt verwirklicht werden, das es sonst nicht geben könnte. „Im PKL werden Patienten aller Altersgruppen stationär und auch ambulant behandelt. Dazu kommen die Patienten der Tagesklinik“, so Claudia Bitti, die bei diesem Projekt wieder vielfältige Aktionen plant, um Gelder zu sammeln.
Bewegung im Freien sei ein sinnvolles ergänzen­des Therapieangebot, von dessen positivem Nutzen auch Dr. med. Angela Schürmann, Ärztliche Direktorin und Chefärztin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, überzeugt ist. „Ein Bewegungsparcours im Freien ist ein tolles Angebot, das in den therapeutischen Alltag eingebunden werden kann und darüber hinaus in der Freizeit zu Bewegung einlädt“, so die Medizinerin. Auch Ange­hörige und Besucher sollen durch den Parcours angesprochen werden – denn neben der heilsamen Wirkung von Bewegung und Sport kann zusätzlich das gemeinsame Tun helfen, aus krankheitsbedingter Isolation, Antriebslosigkeit und Freudlosig­keit herauszufinden.
39.000 Euro werden für diesen Parcours benötigt, der besonders stabil und wetterfest sein muss. Mehrere Geräte sollen dort zu vielfältigen Bewegungsmöglichkeiten einladen. „Sowohl ältere Patienten als auch junge und fitte Menschen sollen ihre Freude haben“. Wichtig sei der offene Zugang zum Gelände der PKL und damit auch zum Be­wegungsparcours. „Gerade psychische Erkrankungen sind teilweise immer noch mit zahlreichen Tabus behaftet“, hat Claudia Bitti während ihrer Arbeit festgestellt. Ein solches Projekt könne dazu führen, sich mit diesem Thema näher zu beschäftigen und die Berührungsängste mit diesem weit verbreiteten Krankheitsbild zu mindern.

An die Öffentlichkeit gehen und informieren will auch eine Informationsreihe der PKL, die von Vera Geldmacher, Fachbibliothekarin in der Klinik am Wienebütteler Weg, federführend organisiert wird. Neben regelmäßigen öffentlichen Vorträgen, die sich mit den Themen Diagnosen und Therapie­formen aus den Bereichen Psychiatrie und Psycho­logie beschäftigen, ist nun erstmals eine Benefiz-­Matinee zugunsten der Fundskerle in Kooperation mit dem SCALA Programmkino geplant. Am 4. März um 10.30 Uhr wird der Film „Die Summe meiner einzelnen Teile“ gezeigt. „Es ist ein sehr schöner und berührender Film über einen genialen Mathematiker, der aus der Psychiatrie entlassen wird. Er verliert seine Stelle, seine Freundin verlässt ihn, in der Großstadt Berlin kommt er nicht mehr zurecht“, fasst Vera Geldmacher die Handlung kurz zusammen. In dieser Zeit lerne er einen geheimnisvollen Jungen kennen und ziehe sich mit ihm in die Natur zurück. „Die Farben und Bilder dieses Films stehen dabei im starken Kontrast zu der Welt eines Menschen, der im Alltag keinen Halt mehr findet.“ Zusätzlich ist eine kurze Einführung und eine Diskussion im Anschluss an den Film bei Kaffee und Saft mit Dr. med. Angela Schürmann vorgesehen. Natürlich wird das Funds­kerle-Projekt „Bewegung, ganz einfach – ein Bewegungsparcours im Park der PKL“ vorgestellt, für das der Großteil des Eintritts gespendet wird.
Noch steht das Vorhaben mit inzwischen etwa 5.000 Euro Spendengeldern ganz am Anfang, doch Claudia Bitti hofft, dass das Projekt „Be­wegungsparcours“ durch die Matinee oder auch durch die aktive Unterstützung durch die SVG bald ein ebenso großer Erfolg wird wie etwa das Spielzimmer im Klinikum oder der Niedrigseil-Klettergarten für die Patienten der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Auch der Sinnesgarten im ­Seniorenzentrum Alte Stadtgärtnerei wachse und gedeihe, freut sich die Ansprechpartnerin für alle, die für die Fundskerle spenden wollen. Hier sei schon viel passiert. Dennoch: „Fundskerle könne es nie genug geben“, betont Claudia Bitti. „Ich wünsche mir, dass wir mit diesem Förderkreis die Menschen in der Region erreichen und mit ihnen gemeinsam die unterschiedlichsten Projekte verwirklichen können.“
Weitere Informationen zu den Projektenfinden Sie unter www.fundskerle.org.(cb)

Fotos: Enno Friedrich, Gesundheitsholding Lüneburg

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