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Große Liebe zu bärenstaken Hunden

geschrieben von Irene Lange im März 2018

Zwei Menschen, sechs Hündinnen und eine Katzendame:Seit über 10 Jahren züchten Marina und Thomas Waurig Neufundländer

Für große Hunderassen hatte Marina Waurig schon immer etwas übrig. Erst waren es Rottweiler, von denen sie noch heute schwärmt, doch nach der ersten Begegnung mit einem Neufundländer war es um sie geschehen. Über das ­Internet hatte sie erfahren, dass es auf Rügen eine Hündin dieser Rasse gab; als die Welpen kamen, machte sich mit ihrem Mann auf den Weg. So kam schließlich Brutus, ein schwarzer Rüde, ins Haus und wurde der Namensgeber des heutigen Zwingers „von Brutus Bärentraum“. Mit der Züchterin verbindet die Waurigs seither eine enge Freundschaft – als diese zwei Jahre später um Hilfe bei der Aufzucht eines neuen Wurfes bat, war Marina Waurig zur Stelle. Natürlich blieb das Einhüten nicht ohne Folgen: 2007 kam Hündin Carlotta in die Lüneburger Heide. „Sie hatte sich prompt zwischen meine Beine gesetzt und mir deutlich gezeigt, zu wem sie gehört“.
Seit 2010 ist Familie Waurigs im Besitz einer Zuchtzulassung und setzt ihren ganzen Ehrgeiz daran, durch ihre Hündin gesunden und wesens­starken Neufundländern das Leben zu schenken. Dafür scheuen sie auch nicht einen mehrere 100 Kilometer langen Weg zu einem renommierten Deckrüden. Wichtig ist ihnen, darauf zu achten, dass eine enge Verwandtschaft zwischen den Elterntieren vermieden wird.
Dass sie einmal in einem winzigen Dorf, einem Ortsteil von Wriedel, Neufundländer züchten würde, hätte die gebürtige Berlinerin Marina Waurig sich nicht träumen lassen. Ausschlaggebend war ihr Ehemann Thomas, ein gebürtiger Lüneburger. Zunächst folgte sie ihm 1998 in die Hansestadt, bis das Ehepaar 2010 nach Bleckede an die Elbe zog. Ihre drei Mädchen sind inzwischen ebenfalls verheiratet und stolze Eltern.
Wie viel Liebe die Waurichs ihren „Bären“ entgegenbringt, die tatsächlich in ihrem Erscheinungsbild an Meister Petz erinnern, kann Marina Waurig nicht verleugnen, wenn sie von den besonderen Eigenschaften der majestätischen Hunde schwärmt. Sie stellt klar: „Bei uns einfach einen Hund bestellen – das geht gar nicht!“ Bevor ein Wurf geboren ist, möchte sie die Leute kennenlernen, die sich für die Anschaffung eines Neufund­länders interessieren. Wenn es dann zu einem ersten Treffen kommt, müsse da schon eine gewisse Sympathie vorhanden sein und das Gefühl, dass der Interessent ein Händchen für diese Hunde besitzt. Ein Besuch in den ersten vier Lebenswochen der Welpen ist nicht erwünscht, um zu ver­meiden, dass eventuell Krankheiten eingeschleppt werden. Doch damit der Interessent die Entwicklung „seines“ Welpen verfolgen kann, würden alle zwei bis drei Tage Fotos auf der Homepage veröffentlicht. „Letztlich aber entscheidet sich der Welpe, wer sein künftiger Besitzer werden wird“, lächelt die Züchterin wissend.

Erwartet wird, dass sich der Käufer eines Welpen zuvor mit der Rasse auseinandergesetzt hat. Weiß er, wie intelligent diese Hunde sind und wie sie gefordert werden wollen? Ein Neufundländer ist ein Individualist auf vier Pfoten, er trifft seine eigenen Entscheidungen, und er weiß seine Vorteile zu nutzen. Doch wenn er Liebe bekommt, ist er bereit, alles für seinen Menschen zu geben und mit ihm durch Dick und Dünn zu gehen. „Wer aber denkt, dass er in der Lage ist, einen Neufundländer zu erziehen, der irrt“, sagt die Züchterin, die genau weiß: „Mein Bär hat mich immer gut im Griff“. Noch eines sei zu bedenken: „Wer sich für einen oder mehrere Hunde dieser Rasse entscheidet, muss wissen, dass er künftig auf ein supersauberes Haus und einen gepflegten Rasen oder Blumenrabatte verzichtet. Die Hunde buddeln für ihr Leben gern“ und sie hegen eine große Vorliebe für Wasser in jeder Form – auch Pfützen.
Diese Hunde beeindrucken durch ihr eindrucksvolles und majestätisches Äußeres. Sie suchen stets die Nähe zu ihrer Familie oder zu ihrem Menschen. Nicht anders ist es bei Marina und Thomas Waurig, die sich immer in Gesellschaft ihrer „Neufis“, wie die Neufundländer liebevoll genannt werden, befinden. Zwingerhaltung ist bei ihnen verpönt. Die Hunde sind entweder im Haus, haben ihren Auslauf auf dem 2.000 qm großen Grundstück oder bei ausgedehnten Spaziergängen in Wald und Flur. Oft geht es auch an die Elbe. Brutus, der Rüde, ist bereits im Hundehimmel. Nun sind es die Mädels Carlotta, Amelia-Aicka, Bernadette, Cassiopeia, Edana und Enya, die hauptsächlich den Tagesablauf der Familie bestimmen. Viel Zeit bleibt da nicht für Marina Waurichs Hobbys: das Gravieren von Gläsern – hauptsächlich mit Hundemotiven – und das Schreiben. Derzeit arbeitet sie an einem Buch über ihre Hunde.(ilg)


www.neufundlaender-von-brutus-baerentraum.de

Fotos: Privat

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