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„Kunst-Stücke“

geschrieben von Natascha Fouqet im Juni 2018

Was ist neu in der Galerie im Alten Kaufhaus? Monatlich werfen wir einen Blick auf ungewöhnliche Skulpturen und Bilder verschiedener Künstler. Das „Kunst-Stück“ des Monats widmet ihnen an dieser Stelle eine Bildbetrachtung

Johannes Cordes’ eigenwillige Kunstform könn­te man als „Sweet-Art“ bezeichnen, denn das Basismaterial des Objektkünstlers bilden unzählige Gummibärchen. Aus ihnen entstehen seine augenzwinkernden Hommagen an die Großen der Kunstgeschichte: nachempfundene Motive des spanischen Surrealisten Salvador Dalí, der Pop-Art Künstler Andy Warhol und Roy Lichtenstein oder des Altmeisters Leonardo da Vinci. Aber auch Thomas Gottschalk, Udo Lindenberg oder David Bowie wurden bereits von Cordes porträtiert.
Seinen künstlerischen Durchbruch feierte der gebürtige Emsländer 2004, als er als Gastkünstler an der Ausstellung „100 Jahre Salvador Dalí – Das ­goldene Zeitalter“ ins Schloss Bruchsal bei Karlsruhe teilnahm. Sie war mit über 900 Exponaten Dalís die seinerzeit größte Retrospektive in Europa. Cordes zeigte nicht nur seine „Bärilyns“, sondern auch seine großflächigen Bild-Versionen des spanischen Künstlers aus Goldbären.
Für seine „Bärilyn“, deren Vorbild unverkennbar das berühmte Marilyn-Motiv von Andy Warhol ist, benötigte Johannes Cordes 3.200 Gummibären. Es war das erste Motiv überhaupt, das er in dieser ungewöhnlichen Technik umsetzte.
Das Vorsortieren der Bären nach Farbe und Qualität stellt jeweils den Beginn einer jeden Arbeit dar. Ein immenser Zeitaufwand, bei dem er heute von einer Einrichtung unterstützt wird. Schritt zwei ist das Einfärben — ein nicht minder aufwändiger Prozess. Weil Gummibärchen in nur sechs Farben produziert werden, wird jedes einzelne in aufwändigem Verfahren mit Lackstiften, Acryl- und Aquarellfarben von Hand bemalt, zum Teil in mehreren Schichten. Anschließend werden die Bärchen auf dem hölzernen Bildträger zum Motiv zusammengefügt und fixiert. Den letzten Arbeitsgang bestimmt das Aushärten und Konservieren. Etwa 200 Arbeitsstunden braucht es — je nach Bildgröße — bis zur Fertigstellung eines Bildes. (nf)

Künstlersteckbrief
Johannes Cordes wurde 1955 als Sohn einer Künstlerin und eines Kapitäns und Schiffseigners in Haren an der Ems geboren. Seine Bemühungen, sich für ein Kunststudium zu bewerben, blieben erfolglos. Stattdessen entschied er sich schließlich, den Beruf des Schriftsetzers und Werbegrafikers zu erlernen. Die Idee, Bilder aus Gummibärchen anzufertigen, war ursprünglich als Scherz für Freunde gedacht. Mittlerweile sind seine Arbeiten weltweit gefragt sowie in zahlreichen Galerien im In- und außereuropäischen Ausland vertreten. Auf dem Kunstmarkt erzielen sie längst fünfstellige Summen. Auch das Unternehmen Haribo beauftragte Cordes bereits mit einer Porträtserie des ­Firmengründers Hans Riegel und seiner Frau Gertrud sowie den beiden Söhnen Dr. Hans und Paul Riegel. Seit 2007 lebt und arbeitet Johannes Cordes in Meppen im Emsland.

Weitere Kunstwerke können Sie während der nächsten Galerieführungen an den Samstagen
2. und 30. Juni um 11.00 Uhr kennenlernen

Um eine verbindliche Anmeldung
unter (04131) 3088-0 wird gebeten.
Der Eintritt ist frei.

Galerie im DORMERO Hotel „Altes Kaufhaus“ Öffnungszeiten: tägl. 9.00 – 21.00 Uhr
Kaufhausstraße 5, 21335 Lüneburg
www.galerie-im-alten-kaufhaus.de

Foto: Enno Friedrich

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