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Mein Stoff – mein Kleid

geschrieben von Christane Bleumer im Oktober 2018

Amin Mayel entwirft und schneidert individuelle Kleidung

Ein Kleidungsstück, das kein anderer besitzt und trägt, das es in dieser Form wirklich nur ein einziges Mal gibt und welches sich an die individuelle Figur anschmiegt wie eine zweite Haut – wo nichts drückt oder zwickt, nichts zu kurz oder zu lang ist. Ist das nicht der Traum einer jeden Frau, die in den gängigen Modegeschäften nur selten fündig wird, oder die einfach nur das Besondere haben möchte? Ein guter Maßschneider und Modedesigner kann alle diese Wünsche er­füllen. Amin Mayel ist beides. Er entwirft in Lüneburg exklusive Mode und stellt Maßanfertigungen her, die perfekt auf die Figur und Persönlichkeit seiner Kundinnen abgestimmt sind.
Sein Handwerk hat er im syrischen Aleppo erlernt, wo er Modedesign studierte. „Ich hatte dort eine bekannte Firma und habe jahrelang als selbstständiger Modedesigner Damenmode entworfen und produzieren lassen“, berichtet er. Seit 2015 lebt er in Lüneburg, seine Heimat hat er wegen des Krieges verlassen müssen. Doch ohne Stoffe und Schnitte kann er auch in Deutschland nicht sein. „Mein Beruf ist für mich wie die Luft zum Atmen“, sagt er. „Ich liebe die Vielfalt der Stoffe und die Herausforderung, etwas daraus zu entwerfen, was genau zum Charakter des Materials passt.“ Um dieser Begeisterung und Leidenschaft Raum zu geben, hat er sich nach einem Praktikum bei einem Hamburger Modedesigner entschlossen, in Lüneburg den Weg in die Selbstständigkeit zu ­wagen. In seinem Atelier Auf der Hude 87 ist er für die gesamte Fertigung zuständig. Von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt liegt alles in seiner Hand. „Hier wird genauso gebügelt wie genäht oder zugeschnitten“, beschreibt Amin Mayel seine Arbeit. Auch Änderungen an fertiger Kleidung gehören zu seinem Angebot. „In Deutschland sind die meisten Menschen ziemlich gleichförmig ange­zogen“, findet er. Auch schlechte und billige Stoffe seien leider ziemlich oft zu sehen. Deswegen setzt er auf Qualität und einen individuellen Stil.
Das Herzstück seines großzügigen Ateliers ist ein von ihm selbst gebauter Arbeitstisch, der allen seinen Ansprüchen genügt. Hier entstehen die Entwürfe, und hier entwickelt er gemeinsam mit seinen Kunden Kleidungsstücke nach deren Wünschen. „Dafür ist es nötig, erst einmal genau Maß zu nehmen“, weiß der Bekleidungsexperte. Auf dieser Basis entsteht eine exakte Schnittvorlage auf Papier, die die Grundlage für das fertige Kleidungsstück bildet. Doch bevor es soweit ist, ist viel Handarbeit nötig; in dieser Zeit kann der Kunde immer wieder Einfluss auf das entstehende Produkt nehmen. Das beginnt schon bei der Auswahl des Stoffes. Auch hier steht Amin Mayel für Individualität – schließlich entwirft er viele seiner Muster selbst. „Oft setze ich mich mit einem Stift hin und entwickele zunächst auf Papier das Dekor. Mit Hilfe des Computers könne das jeweilige Stoffdesign dann an eine Firma übertragen werden, die sich auf die Fertigung solcher Produkte spezialisiert hat. „Schon kurze Zeit später ist der Wunschstoff in meinem Atelier.“ Die Kundin könne aber auch ihren Lieblingsstoff mitbringen oder er kaufe das Material nach Absprache selbst ein. Seine qualitativ hochwertigen Stoffe bezieht er aus verschiedenen Ländern. Bevor er ein Modell entwirft, überlegt er sich ganz genau, welche Stoffart sich für den jeweiligen Schnitt eignet. Soll er zum Beispiel eher weich fallen oder eine gewisse Festigkeit an den Tag legen?

Aus dem Material entstehen dann Kleidungsstücke, die so individuell sind wie ihre Trägerinnen. Angefangen bei schicken Hosen in den unterschiedlichsten Designs über Kostüme oder Kleider in diversen Formen und Schnitten – die Kreativität von Amin Mayel ist auch in seiner neuen Heimat unerschöpflich. Ein besonderes Lieblingsobjekt sind Abendkleider. „Die Frauen in meiner Heimat tragen sehr gerne lange elegante Abendkleider, aber auch die Alltagsmode war sehr vielfältig.“ Doch wegen des Krieges in Syrien habe es keine Anlässe mehr ge­geben, ein aufwändiges Kleid zu tragen, und so habe er sich in der letzten Zeit in Aleppo auf Jeans spezialisiert. Doch nun ist er glücklich, auch wieder raffiniert geschnittene Abendmode für besondere Anlässe entwerfen zu können. Gerade für junge Mädchen sei oftmals der Abiball die erste Gelegenheit, ein langes Kleid zu tragen, sagt er. „Wer sein Modell bei mir entwerfen und schneidern lässt, hat die Garantie, dass es ein wirklich einmaliges Stück wird“, verspricht Amin Mayel. Weitere Informationen finden Sie unter www.aminmayel.de.(cb)

Fotos: Enno Friedrich

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